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Künstliche Intelligenz - Wissenschaft seit fünf Jahrzehnten

Brauchen wir intelligente Produkte? Brauchen wir Toaster, die schlauer sind als der Mensch, der sie bedient? Nun, wir sind doch sicher einer Meinung, daß Produkte unser Leben, unsere Alltagssituationen erleichtern, idealerweise sogar bereichern sollen. Das heißt, je größer die Möglichkeit eines Produktes ist, mit dem Nutzer zu interagieren, je besser ein Produkt auf seinen Nutzer eingehen kann, je mehr es sich anpassen kann, um so größer der Benefit oder der Nutzen. Als Beispiel kann man hier sehr gut einen Autositz anführen, der sich die Einstellungen des Fahrers merkt. Also die Sitzposition, die Position der Rückspiegel, vielleicht die bevorzugte Temperatur und den Lieblingssender im Radio. Das ist ja in den Anfängen für Automobile der Oberklasse schon Standard und so etwas läßt sich beliebig weiter ausmalen. Kaffeemaschinen die sich von selbst einschalten, Wecker, die eine Stunde später wecken als eingestellt, wenn vom Flughafen die Botschaft kommt, daß wegen Frühnebel später gestartet wird, Rasenmäher, die alleine den Rasen mähen und die Grundstücksgrenzen erkennen, sprechende Fahrplanauskünfte, usw. Die Frage ist kann Technik überhaupt intelligent sein? Wenn ja, dann sollte es eigentlich mehr Produkte geben, die sich intelligent verhalten. Aber wie macht man das?

Künstliche Intelligenz - wie alles begann

Der Beginn der KI-Forschung wird im groben mit dem Dartmouth Summer Project on Artificial Intelligence im Jahre 1956 (in Hanover im USA Bundesstaat Newhampshire) verbunden, bei dem auch die Bezeichnung “Artificial Intelligence“(Künstliche Intelligenz) aufkam. Zu den Teilnehmern zählten vor allem Robotiker, Informatiker und Mathematiker, wie zum Beispiel: Marvin Minsky, Allen Newell, Herbert A. Siemon Sie glaubten, daß man durch einen General Problem Solver (GPS) einen.sogenannten allgemeinen „Problemlöser“, den Kern menschlicher Intelligenz nachbilden könnte. Das heißt, sie hatten ganz allgemeine maschinelle Fähigkeiten als Forschungsziel. Ein Verfahren, das systematisch einen Weg von der Ausgangssituation eines Problems zu einer Zielsituation, sprich der Lösung, findet. Doch dieser Forschungsansatz war logischerweise ein Fehltritt, aber selbst heute gibt es eine verbreitete Vorstellung, intelligentes Handeln sei mit einer Art “Schlüsselkompetenz“ verbunden. Das würde bedeuten man könnte Intelligenz mit einer einzigen Kompetenz charakterisieren und erkennen. Heutzutage ist es aber eher so, daß die KI-Forscher sich einig sind, daß meist Leistungen als Intelligenz tituliert werden, die nicht leicht vorhersehbar und nachzuvollziehen sind. Also sind maschinelle Leistungen, bei denen die Abläufe nach genauen Vorgaben und Vorschriften geschehen, nicht unbedingt intelligent. Weil wir ja wissen, was als nächstes passiert.(Beispiel Industrieroboter- Serviceroboter)

Heutige Vorstellungen von Künstlicher Intelligenz

Nach dem heutigen Stand der KI-Forschung zeigt sich intelligentes Verhalten also anhand einer Vielzahl von Merkmalen, die als typische Charakteristika gelten können, aber nicht zwangsweise als definitive Bedingungen. Nach einer Aufstellung von Wolfgang Wahlster, dem Leiter des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz, sind dies zum Beispiel: Lernfähigkeit, Autonomie, Fehlertoleranz, Kooperativität, Adaptivität, Robustheit, Selbstoptimierung, Situiertheit, Domänenkompetenz, Deduktionsfähigkeit und Selbsterklärungsfähigkeit. Je nach Aufgabe wird ein intelligenstes System einige dieser Merkmale in besonderen Maße, andere weniger ausgeprägt besitzen müssen. Beispielweise wird man von einem intelligentem Fahrplanauskunftssystem erwarten, daß es „kooperativ“ ist. Auf die Frage, ob es eine Verbindung mit dem ICE nach München gibt, sollte das System nicht nur mit „Ja“ antworten, sondern auch konkrete Verbindungen nennen, oder uns sogar den Biergarten mit dem besten Maß Bier nennen. Diese Entwicklung der KI-Forschung wirkte sich äußerst positiv auf das Erzeugen künstlicher Intelligenz aus, da man merkte, daß unbedingt verschiedene Fachbereiche eigenständig forschen mussten, um anschließend zusammen zu kooperieren. Zur KI-Forschung kann jeder Berufszweig etwas beitragen. Für den Designer ist es interessant nach Anwendungen für vorhandene intelligente Systeme zu suchen.

Roboter - die besseren Überlebenden?

Das Themengebiet der Roboter kann man heutzutage nicht mehr getrennt von Künstlicher Intelligenz betrachten. Was würde überhaupt passieren, wenn ein zukünftiges künstlich intelligentes Wesen, also beispielsweise ein Service-Roboter mit uns den Alltag teilt? Dieser Roboter wird nicht zwangsläufiger Weise die selben Erfahrungen sammeln wie wir. Er besitzt einen anderen Körper, andere ‘Wahrnehmungsmöglichkeiten“, andere Zielvorgaben, und eventuell auch andere Wertmaßstäbe. Und vielleicht so etwas wie künstliche Emotionen. Wie sich diese Erfahrungen und die Wissensunterschiede zwischen Mensch und Maschine auswirken könnten ist noch vollkommen fraglich.

Die Gesellschaft mit künstlicher Intelligenz

Wie wollen wir überhaupt mit Maschinen umgehen, die uns vergleichbare oder sogar überlegende Fähigkeiten besitzen? Man hat sich im Zuge der Entwicklung von Robotern im Zusammenhang mit elektronischer Datenverarbeitung mit dem Gedanken beschäftigt, ob man Maschinen, eben Roboter konstruieren kann, die über so etwas wie Intelligenz verfügen könnten und man hat sich - Vor allem in Science Fiction Romanen aber auch in der visionären KI - Diskussion mit Szenarien beschäftigt, in denen diese Maschinen aufgrund ihrer Intelligenz die Herrschaft über die Erde, die Herrschaft über die Menschen übernehmen.

So wurde es auch schon um 1920 in dem vom tschechischen Schriftsteller Karel Capek (1890-1938) inszenierten Drama "R.U.R." (Rossums Universal Robots) geschildert. In diesem Theaterstück ist erstmals vom Roboter die Rede. Er steht für rastlos arbeitende "künstliche Menschen". Der Wortstamm "Robota" kommt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie Fronarbeit. Die in diesem Theaterstück entwickelten Roboter waren erst für schwere Fabrikarbeiten konzipiert; um den Menschen zu entlasten. Nachdem sie immer intelligenter wurden und höhere geistige und physiche Fähigkeiten erlangten, setzten sie sich gegen die Menschen auf, also ihre Erbauer auf und vernichteten sie.

Eine andere Auswirkung auf die Zukunft beschreibt Hans Moravec in seinem Aufsatz :“Körper, Ropoter und Geist“. Er sieht es kommen, daß der Mensch durch die Schaffung von Robotern, die seine Aufgaben erfüllen völlig an Bedeutung verlieren. Natürlich gibt es auch Romane, die beschreiben, daß wir Menschen eben "artifizielle Lebewesen" schaffen müssen, um unseren Geist bis in alle Ewigkeit leben zu lassen, selbst wenn biologisches Leben nicht mehr möglich ist. Die Entwicklung der KI wird uns selbst und das bisher dagewesene immer mehr in Frage stellen und grundlegende ethische Regeln müßten neu überprüft werden.

Beispiel: Wer haftet für den Schaden Mensch oder Maschine? KI provoziert also ein vollkommen verändertes Selbstverständnis, das ist einerseits erschreckend andererseits kann es auch hoffnungsvoll sein. Erschreckend ist beispielsweise die Vermutung das von uns erschaffene künstliche Wesen mit einer mechanisierten menschlichen Intelligenz uns die Herrschaft abnehmen könnten und uns lehren, das menschliche geistige Fähigkeiten nur ein Meilenstein der Evolution waren. Wie man merkt, kann man KI nicht losgelöst betrachten, viele Teilbereiche und Gebiete spielen eine große Rolle dabei, so auch die Computer.

In den letzten Jahrzehnten hat die Computertechnik enorme Fortschritte gemacht und wird auch in den nächsten Jahren nicht stagnieren. Computer können schneller rechnen als Menschen und Computer können plötzlich Probleme lösen, die bis dato nicht lösbar schienen, von denen wir vielleicht nicht einmal wussten, dass es sie überhaupt gab. Wir haben uns schon lange daran gewöhnt, daß sie uns in mancher Hinsicht weit übertreffen. Es macht uns nichts aus, nein, wir sind im Gegenteil noch sehr dankbar, daß es Maschinen gibt, die uns viele Arbeiten abnehmen und auch neue Möglichkeiten bieten. Beispiel: Mondfahrt, Industriemaschinen etc. Diese Errungenschaft in physicher Hinsicht, macht uns absolut nichts aus, im Gegenteil. Das Privilig des eigenständigen Denkens ist aber noch immer ein sehr menschliches. Letzendlich war es diese Fähigkeit, die uns zu solchen Maschinen verholfen hat, die uns über unsere körperlichen Grenzen hinweg halfen. Wenn diese Maschinen jetzt auch noch intelligenter werden, wären wir also wieder beim Thema, ob wir dann die Überlegenheit über die von uns geschaffenen Wesen verloren haben. Die Frage , ob man von einem mechanischen Apparat jemals sagen kann, er denke- oder er habe sogar Geist, ist nicht wirklich neu, sondern berührt tiefe Fragen der Philosophie.

Was bedeutet es zu denken oder zu fühlen? Was ist überhaupt Seele oder Geist? Existiert überhaupt Geist? Angenommen ja: In wie fern oder wie stark ist er funktionell abhängig von den materiellen Strukturen? Können Geist und Seele überhaupt unabhängig vom Körper existieren? Hatte Descartes Recht, indem er sagte:“ Ich denke, also bin ich“? Folglich müßte man ja auch den Rückschluß ziehen können „ich denke nicht, also bin ich auch nicht?“ Der französische Gelehrte, der im 17.Jahrhundert in einer Zeit lebte, in der die Ingenieure sich damit beschäftigten, Figuren in den königlichen Gärten mit Hebeln, Zahnrädern und auch hydraulischen Antrieben zu versehen, damit sie sich wie Menschen bewegen, war ein entschiedener Vertreter der These, daß Geist etwas völlig unkörperliches sei und sich deshalb von allen körperlichen Dingen unterscheiden müsse. Er war der Ansicht, dass sich die körperlichen Dinge vollständig mit den Gesetzen der Physik erklären ließen. Die Erklärungen Aristoteles, der die Eigenschaften eines Lebewesens von seiner Seele geprägt sieht, waren Descartes wissentschaftlich zu unbefriedigend. Er glaubte vor allem aufgrund der neu enstehenden Naturwissenschaften, daß auch Reflexe und Gefühle, rein mechanisch zu erklären seien. In seinem "Discours" schreibt er, die Vorgänge in menschlichen und tierischen Körpern laufen ab "wie der Mechanismus einer Uhr, aus der Kraft, Lage und Gestalt ihrer Gewichte und Räder. Und so beschreibt er Vorgänge im menschlichen Organismus wie Ernährung, Herzschlag, Atmung, Wahrnehmung, ja bis zur Fortpflanzung als mechanische Vorgänge. Er orientiert sich dabei hauptsächlich an drei Modellen, der Uhr, der Orgel und eben den Figuren in den Gärten des Adels. Und das gelingt ihm schon ganz gut. Allerdings gibt es für ihn eine prinzipielle Grenze. Er sagt in seinem Discours de la méthode ausdrücklich, dass sich Menschen seiner Meinung nach grundsätzlich von Maschinen unterscheiden

  1. niemals können Maschinen Worte und Zeichen gebrauchen, sie zusammensetzen um uns ihre Gedanken mitzuteilen und
  2. würden solche Systeme, auch wenn sie in Einzelbereichen gute Leistungen vollbringen, in anderen Bereichen eben vollständig versagen, was deutlich macht, dass solche Systeme nicht aus Einsicht handeln, sondern weil sie so konstruiert sind.

Zwei Gedanken, die auch heute in der KI-Forschung Kernprobleme sind, wenn es darum geht artifizielles Leben zu schaffen. Er formuliert auch, dass die Vernunft, ein Universalinstrument ist, das ständig und immer zur Verfügung steht, während die Organe nur für Einzelbereiche zuständig sind. Warum es für das Denken und die Vernunft keine mechanischen Erklärungen gab, hat er nicht mitgeteilt. Er war sich aber sicher, daß Denken und Sprechen nichts mit den physikalischen Vorgängen im Organismus zu tun hat. Die Erkärung für den Geist fehlte, weil das Modell fehlte. Wir Menschen brauchen ja meistens Modelle und Analogien, um uns komplexe Vorgänge zu erklären, um sie uns zu vergegenwärtigen und um daran forschen zu können. Diese Lücke schloss erst der Computer. Zuvorhatte man keine Erklärungen für die Abläufe im Gehirn und beschrieb sie mit dem Wort Geist, fleischlos und losgelöst vom Körper.

Computer sind Maschinen

- hat der englische Mathematiker Alan Turing bahnbrechend erkannt und formuliert - die erstens so konstruiert werden können, dass sie jede arithmetische Funktion, die überhaupt denkbar ist, eben auch berechen können, jede - und zweitens dass man mit dem Computer ein Universalinstrument besitzt, das den Wert jeder berechenbaren Funktion für jedes beliebige Argument also jeden Algorithmus berechnen kann.

Was ist ein Algorithmus? Algorithmus, genau festgelegtes Ablaufschema für oft wiederkehrende Vorgänge, das nach einer endlichen Anzahl von Arbeitsschritten zu einem eindeutigen Ergebnis führt. Jeder Algorithmus zeichnet sich dadurch aus, dass er absolut reproduzierbar ist. Das bedeutet, unter immer gleichen Voraussetzungen bzw. Eingangsbedingungen muß ein bestimmter Algorithmus stets dasselbe Ergebnis liefern. In der Mathematik treten Algorithmen häufig als sehr leistungsfähige Hilfsmittel zur Lösung komplizierter Probleme auf. Algorithmen sind grundlegende Elemente im Bereich der Computer. Jedes Computerprogramm enthält aufgrund der Definition des Begriffs Programm mindestens einen Algorithmus. Es lassen sich allerdings innerhalb eines Programms beliebig viele Algorithmen miteinander verknüpfen und ineinander verschachteln. Dabei kann zuletzt das Programm als funktionale Einheit durchaus als ein Algorithmus be-zeichnet werden, selbst wenn mehrere einzelne Algorithmen als Unter-gruppen enthalten sind. Uber Algorithmen bzw. Programme lassen sich Vorgänge, die häufig und in immer gleicher Form oder einer be-kannten Anzahl von Abwandlungen auftreten, zur Vereinfachung der Handhabung für den Anwender und damit zu dessen Vorteil automatisieren Der Computer ist ein Instrument, um Informationen zu verarbeiten. Das hat er mit dem Gehirn gemeinsam.

Die Frage, die sich aber stellt, ist ob er sich dessen bewußt ist. Um diese Frage zu beantworten, müsssen wir erst einmal erklären, wie wir überhaupt wahrnehmen und welche Rolle Bewußtsein übernimmt.

Reizverarbeitung und Bewußtsein

Welche Bedeutung hat Bewußtsein? Mit den Sinnesorganen nehmen wir aus der Umwelt sehr viele Informationen ( 10^9 bit/s) auf, doch wird uns nur ein sehr kleiner Teil davon bewußt; der Rest wird unterbewußt verarbeitet oder gar nicht verwendet. Beispiel: Sicher erkennen wir eine Rauhfasertapete, müssen dazu aber nicht jedes Pixel abtasten und auch nicht jeden Pixel abgleichen, ob zu erkennen, dass wir im gleichen Raum sind wie gestern.Es werden also wichtige Informationen für das Bewußtsein ausgewählt, was beim "Hören" und "Sehen" besonders stark zum Ausdruck kommt. Umgekehrt geben wir über die Sprache und die Motorik Informationen von rund 10^7 bit/s an die Umwelt ab. Bit (engl.: binary digit) ist ein Maß für den Informationsinhalt, bit/s als ein Maß für den Informationsfluß. (Ein Buchstabe hat circa 4,5 bit, eine Buchseite 1000 bit: liest man sie in 20 Sekunden nimmt man 1000/20 = 50 bit/s auf. Ein Fernsehbild überträgt mehr als 10^6 bit/s).

Was bedeutet überhaupt Bewußtsein? Bewußtsein beinhaltet

  1. gerichtete Aufmerksamkeit
  2. Abstrahierungsfähigkeit
  3. die Fähigkeit, Vorgänge zu verbalisieren
  4. das Vermögen aus Erfahrungswerten Pläne zu erstellen
  5. Selbsterkenntnis Wertvortstellung u.v.m.

Bewußtsein ist also an das Vorhandensein eines hochentwickelten Nervensystem gebunden und befähigt u. a. dazu, mit Situationen in der Umwelt fertig zu werden; die zum Beispiel mit Reflexen nicht zu bewältigen sind. Über die für das Bewußtsein nötige Nervenaktivität sind nur einige Anhaltspunkte bekannt. Ein Teil des Bewußtseins ist das Gedächtnis. Unser Gedächtnis ermöglicht es uns erst unseren Lebensalltag zu gestalten. Es holt Vergangenes in die Gegenwart und verleiht diesem an Bedeutung, außerdem ermöglicht es angepaßtes Handeln, sowie eine Ausrichtung dessen in die Zukunft. Ohne diesen Bezug könnte der Mensch als integrierte Persönlichkeit nicht existieren. Ein weiterer Bonus des Gedächtnisses ist, daß es uns an geistiger Anstrengung entlastet, Routinehandlungen, mehr oder weniger ohne zu denken, sind so erst möglich.Beipiel Hochheben Aber gerade weil dabei verschiedene Hirnebenen mitwirken, die teils hierarchisch arbeiten, und viele Strukturen, die oftmals nur im Verbund ihre Aufgaben erfüllen, lassen die einzelnen Vorgänge sich nicht leicht bestimmten neuronalen Systemen zuordnen. An der Erforschung dieser Fähigkeit sind verschiedenste wissenschaftliche Disziplinen von der Molekularbiologie bis hin zur Verhaltensphysiologie beteiligt. Dennoch ist bisher die Gesamtorganisation des hochentwickelten menschlichen Gedächtnisses erst ansatzweise verständlich. Wie Bewußtsein und Intelligenz „funktionieren“, wissen wir nicht sicher. Aus diesem Grund gibt es auch viele kontroverse Meinungen. Da man aber den Weg zur künstlichen Intelligenz zwangsläufig über diese Begriffe gehen muß, haben wir versucht eine für uns gültige Definition für Intelligenz zu finden. Das Lexikon meint, daß man unter Intelligenz Einsicht, Verstand und Vorstellung versteht. Wir haben es einmal mit eigenen Worten versucht und nach einigem Nachdenken den Satz formuliert: Intelligenz ist die Fähigkeit Situation einzuschätzen und sich vorausschauend und eigenständig zu verhalten. Als Designer haben wir natürlich versucht, für unsere gesunde Menschenverstands-Variante ein Symbol, ein Piktogramm zu gestalten und haben gesagt, das was Intelligenz bei biologischen Systemen ausmacht, ist im Prinzip der Prozeß zwischen Wahrnehmung und Handlung. Input <-> Output (Chart) Folglich müßte Intelligenz = <-> sein? Also einfach das, was zwischen Input und Output passiert, die reine Informationsverarbeitung? Dann würde sich Intelligenz ja nicht von der Funktion eines Computers unterscheiden!

Deswegen haben wir weiter geforscht. In der Literatur gibt es zum Thema nämlich auch noch etwas weitreichendere Formulierungen. Eine, die uns gefallen hat lautet: Intelligenz ist die Summe spezieller Fähigkeiten die in spezifischen Situationen zum Tragen kommen, Sinneswahrnehmungen oder Informationen aufzunehmen und zu analysieren um das Handeln auf eigene Ziele auszurichten.(Chart) Dabei wird deutlich, dass man das, was wir bisher als Input und Output bezeichnet haben, kaum isoliert betrachten kann. (Input <-> Output) Das Einschätzen von Situationen und das Abwägen einer möglichen Handlung ist es, was unsere Intelligenz prägt und sie von der künstlichen Intelligenz drastisch unterscheidet. Unsere Erlebnisse und Erkenntnisse, die wir in unserem Leben erfahren, nehmen jederzeit Einfluss auf unsere Handlungen. Wir besitzen sozusagen aufgrund von Erfahrungen ein gewisses Handlungsrepertoire. Diese Erfahrungen bezeichnet man als implizites Wissen. Wissen, das in uns schlummert, bis es gefordert wird. Auf dem Sektor des expliziten Wissens sind uns Computer überlegen, da hier lediglich ein Speichermedium gefragt ist. Explizites Wissen zu erarbeiten, ist wie Vokabeln lernen, implizites Wissen wäre in diesem Fall, aus dem Wortstamm neue Wörter bilden oder herleiten zu können oder dadurch auch andere Sprachen erklären zu können. Wir wollen uns an dieser Stelle der Einfachheit halber auf die Formel beschränken, daß Intelligenz das große Ganze mit Bewußtsein, Körper und Geist ist. Intelligenz ist mehr als die Summe seiner Teile - mit einem Satz: "Der Mensch weiß mehr als er weiß"(Chart) Dieser Ansatz ist durchaus anerkannt.

Verändert hat sich in der KI-Forschung im Laufe der Zeit vor allem eins: Man betrachtet Intelligenz nicht mehr isoliert, als Ding für sich, sondern heute sieht man sie immer im Zusammenhang mit ihrer Umgebung und mit ihrem Körper, also in ihren Systemen. Man sieht sie nicht mehr als reinen informationsverarbeitenden Prozeß, der ohne Rückbezug auf einen Körper existiert, sondern durchaus als einen Bewußtseinszustand, der nicht ohne sensorischen Input, der also nicht ohne physikalische Kommunikation möglich ist. Deshalb haben wir ja auch anfänglich unser Symbol <-> mit der Klammer um Input und Output ergänzt. Intelligenz = (Input<->Output) d.H. Intelligenz oder Geist läßt sich nicht vom Körper trennen. Sie ist vielmehr im ganzen Körper verteilt. Also unser Auge hat Intelligenz, unser Arm, Bein u.s.w -----> Tischtennispieler. Dieses Phänomen läßt sich ganz schön am Beispiel eines Tischtennisspielers aufzeichnen. Um den Ball meines Gegners kontern zu können, müssen Informationen wie sein Ball geschlagen wird, den Punkt an dem der Ball auftreffen wird, und in welcher Bahn er sich wieder von der Platte entfernen wird, sowie etliche weitere wichtige Daten aufgenommen und verarbeitet werden, bis letzten Endes mein Arm den Schläger zum Ball bewegt. Die enormen Geschwindigkeiten, die der Ball zurücklegt, überschreiten die Verarbeitungsgeschwindig-keit des menschlichen Nervensystems und des Gehirns. So muß also mein Arm selber "wissen" was er zu tun hat; und auf direktem Wege mit dem Auge kommunizieren. Diese Auffassung ist brandaktuell und Intelligenz wird von den KI - Forschern nun als informationsverarbeitender Prozeß bezeichnet.

Nähern wir uns der Intelligenz nun noch einmal von einem anderen Standpunkt, der auch seine Anhängerschaft hat: Das große Ganze ist ja vielleicht doch nur die Summe seiner atomaren, quantenphysischen Teile, so wie Descartes den Rest des menschlichen Körper gesehen hat. Als zwar hinkende aber ganz einfache Metapher für diese Ansicht soll uns mal ein Ameisenhaufen dienen. Sie wissen, wir brauchen Modelle, um zu verstehen. eine Ameise ist ziemlich blöd, zwei, drei und vier auch - ein Ameisenhaufen ist aber ein ziemlich komplexes, gutorganisiertes und schlaues Gebilde Geht man davon aus, daß das Komplexe Gebilde die Summe vieler einzelner Teilchen ist, die in ihrer Reduktion auf die Bestandteile eines Atoms zurückzuführen sind, kommt man zu dem Schluß daß alles Handeln und Agieren auf einer Kombination von vielen physikalischen Prozessen beruht. Erläuterung: Das Auge bekommt einen visuellen Reiz, Licht löst Elektronenfluss aus. Diese physikalische Reaktion löst eine chemische Reaktion aus, die löst wieder eine elektrische aus. In einer biologischen Masse dem Gehirn, wird ein Impuls ausgelöst, der weitere Impulse auslöst usw. usw. Es sind zwar wahnsinnig viele Reize und Impulse und Reaktionen, aber sie sind irgendwo endlich. Um diese Endlichkeit ein bißchen deutlich zu machen, ein paar Zahlen: Jede Nervenzelle, wenn man davon ausgeht, daß sich im Gehirn etwa 100 Milliarden Zellen befinden, sendet Informationen zu 10000 anderen und erhält Informationen von 10000 anderen. Eine Nervenzelle kann aktiv oder inaktiv sein. Daraus ergeben sich 2^100000, für die Mathematiker ist das gleich 10^30000, also eine 1 mit 3000 Nullen (zwei DIN A4 Seiten voller Nullen). Und dabei geht es hier nur um zwei Nervenzellen. Gehen wir mal davon aus, daß unser Gehirn etwa 100 Module hat, Module wie: Farben sehen, Temperatur wahrnehmen, Schmirgelpapier fühlen, Donner hören, Schreiben, Reden, usw. Sicherlich sind es mehr als hundert, aber nehmen wir einfach mal 100 an, und daß ein Modul gemessen am Durchschnittswert der Zellzustände aktiv oder inaktiv sein kann, dann ist man bei 2^100 oder 10^30 eine 1 mit dreißig Nullen. Zum Vergleich ist ein langes Leben etwa 3 Milliarden Sekunden lang, in dieser Zeit macht man ca. eine Milliarde Atemzüge, das entspricht nur einer 1 mit 9 Nullen. Viel zu kurz also um mit aller Rechenleistung der Zeit, auch nur annähernd die Prozesse zu simulieren, die im Gehirn ablaufen. Das Argument gegen die Simulation von Intelligenz im Gehirn ist also ganz banal ein praktisches - wir haben einfach zu wenig Zeit um das Gehirn in seiner Komplexität zu simulieren. Also sollten wir eine KI erzeugen wollen, dann besser nicht durch ein 1:1 Modell des menschliches Gehirns. Wir sind ja meistens gescheitert, wenn wir die Natur 1 zu 1 versucht haben nachzubauen.

Als die Menschen fliegen wollten, haben sie zunächst die Vögel simuliert und sind dabei ins Wasser gefallen. Erst als man die Prinzipien des Fliegens verstanden hatte, konnte man entsprechende Technologien entwickeln und sich in die Lüfte schwingen. Vielleicht sind wir ja jetzt, mit Hilfe des Computers dabei, die Prinzipien des Denkens zu entschlüsseln. Die kombinatorische Überlegung zu den vielen möglichen Funktions-zuständen des Gehirns führt auch zu einer interessanten philosophischen Frage. Man muß davon ausgehen, daß das menschliche Gehirn im Laufe des Lebens nie wieder in einen Zustand kommt, in dem es vorher schon einmal war Dies gilt mit Sicherheit, wenn wir die Aktivitäten der einzelnen Nervenzellen betrachten, aber es gilt vermutlich auch für die Funktions-zustände auf der Ebene der Module. Wie ist dann personale Identität möglich, wenn die neuronalen Grundlagen sich ständig verändern? Hier verbirgt sich das alte Leib-Seele-Problem, das seit Beginn des Nachdenkens über uns selbst die Denker bewegt. Erklärt sich unser Erleben aus den neuronalen Mechanismen allein, jetzt also müssen wir zwei Seinsbereiche annehmen, das Körperliche und unabhängig davon das Geistige, wie viele Philosophen und manche Computerwissenschaftler vermuten? Die monistische Position wird gestützt durch zahlreiche Beobachtungen aus Neurologie und Psychiatrie, daß selektive Störungen des Gehirns gleichsam das Gesamtrepertoire des Psychischen zusammenbrechen lassen. Auch die eigene Identität eines Menschen kann verlorengehen, wie Beobachtungen an Schizophrenen zeigen. Wenn etwas verlorengehen kann, dann muß aber ein neuronaler Mechanismus vorhanden sein, der die Leistung im Normalfall erbringt Wenn alles verlorengehen kann, was wir in unserem Erleben und Handeln kennzeichnen können, ist die Position eines pragmatischen Monismus durchaus gerechtfertigt. Dann stellt sich aber in der Tat die Frage, wie Ich-Identität möglich ist wobei eine Antwort lautet, daß diese über die zeitliche Konstanz, also das Bestehenbleiben der persönlichen Erinnerungen, garantiert wird. Dies würde bedeuten, daß die funktionelle Integrität des Gedächtnisses Voraussetzung für personale Identität ist. Hinsichtlich des Leib-Seele-Problems wird von vielen aber auch weiterhin die Position des DuaIismus vertreten. Wenn wir annehmen, daß wir unseren Geist in einem Artefakt, das heißt in einem Computerprogramm, abbilden können, dann vertreten wir eine dualistische Position, denn dann meinen wir ja, daß es nur auf die Funktion, die Software ankommt, und daß die Fleischlichkeit des Gehirns für das Psychische unwesentlich ist. Im Funktionalismus, an dem sich viele Computerwissenschaftler orientieren, vertritt man die Auffassung, daß die Hardware nebensächlich sei daß man das Psychische also in beliebigen Strukturen abbilden könne, denn entscheidend seien die Programme, die in einem Netzwerk ablaufen. In der Diskussion zwischen Hirnforschern und Computerwissenschaftlern sind auch wesentliche philosophische Fragen verborgen, die von den Fachwissenschaftlern allein nicht zu bearbeiten sind. Die angesprochene Problematik des Leib-Seele-Problems hat natürlich auch ethische Implikationen. Inwieweit kann man in das Gehirn eingreifen und zum Beispiel neuronales Gewebe anderer Menschen implantieren oder mit neurotechnischen Verfahren Chips im Gehirn einbauen, ohne damit die Identität eines Menschen in Frage zu stellen? Je nachdem, welche philosophische Position man einnimmt, mag die Antwort auf solche Fragen unterschiedlich ausfallen. Was ist überhaupt Künstliche Intelligenz? Wie können wir feststellen ob eine Maschine intelligent ist? Stellen wir uns einmal vor es gibt auf dem Markt einen Computer, von dem man behauptet,er würde wirklich denken, er wäre intelligent und er könnte fühlen Glück, Stolz, Mitleid und so weiter und so fort. Kurz gesagt, er hätte wirklich Bewußtsein. Wie könnten wir das feststellen, ob die Versprechungen des Herstellers stimmen? Als Test für die Behauptung der Hersteller, ob ihr Gerät tatsächlich die versprochenen menschlichen Fähigkeiten besitzt, würden wir verlangen, daß das Gerät sich wie ein Mensch verhält. Natürlich bedeutet das nicht, wir würden verlangen, daß der Computer sich etwa so bewegt wie ein Mensch, während er denkt. Oder gar, daß er aussieht wie ein Mensch oder daß er sich anfühlt wie ein Mensch. Diese Eigenschaften wären für das Computermodell nicht von Bedeutung. Doch wir würden sehr wohl verlangen, daß der Rechner uns auf jede beliebige Frage eine sozusagen menschenähnliche Antwort gibt, und wir so überzeugt werden, daß er wirklich denkt (fühlt, versteht und so weiter). Seine Antworten sollten von denen eines Menschen nicht unterscheidbar sein. Diesen Standpunkt hat Alan Turing sehr nachdrücklich in seinem berühmten Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ vertreten, der im Jahre 1950 in der philosophischen Zeitschrift „Mind“ erschienen ist. Darin wird die heute als „Turing-Test“ bezeichnete Idee erstmals vertreten. Sie war als Test zur Beantwortung der Frage gemeint, ob man von einer Maschine vernünftigerweise sagen kann, daß sie denkt. Angenommen der schon erwänte Computer, soll wirklich denken können. Gemäß des „Turing-Testes“ muß der Computer zusammen mit einem Menschen vor den Blicken einer dritten Person versteckt sein,die Fragen stellt.Die fragende Person muß feststellen, wer von den beiden der Computer und wer der Mensch ist. Die Fragen werden auf unpersönlich Weise, beispielsweise per Tastatur und Monitor übertragen. Die fragende Person darf über die beiden Antwortgeber nur Informationen besitzen, die sie aus dem Frage-Antwort Spiel gewonnen hat. Ihr menschlicher Gegenspieler antwortet wahrheitsgemäß und versucht sie zu überzeugen, daß er wirklich der Mensch ist und der andere der Computer, ist darauf programmiert zu lügen, indem er der fragenden Person versucht einzureden er sei ein Mensch. Eigentlich ungerecht! Umgekehrt müßte der Mensch vorgeben, er sei der Computer müßte, und der.Computer würde wahrheitsgemäß antworten, dann wäre es für die fragende Person einfach, die richtige Zuordnung zu treffen. Man müßte nur eine schwierige mathematische Aufgabe stellen und der Mensch wäre ziemlich schnell entlarvt. Die Aufgabe den Computer dümmer erscheinen zu lassen als er wirklich ist, ist nicht das schwierigste Problem, problematisch erscheinen eher allgemeine Alltagsfragen, ganz simple bei denen ein gesunder Menschenverstand keine Probleme hätte sie zu beantworten.Würde ein Computer einen solchen Test bestehen, dann müßten wir auch moralische Verantwortung über unseren Computer übernehmen, schließlich fühlt und denkt er ja auch wie ein Mensch. Zwar werden Kriterien wie Gesichtsausdruck, Mimik, Gestik etc. außen vor gelassen. Aber wir können uns vorstellen, daß irgendwann Roboter konstruiert werden, der all diese Mienen und Bewegungen imitioert. Dann wäre es auch nicht mehr nötig, den Roboter und den Menschen vor der fragenden Person zu verstecken.

Erste Ansätze zur Imitation des Menschen werden schon gemacht.